Medikamente im Rettungsdienst

6 November, 2007

[Dareichungsform, wenn nicht anders angegeben: intravenös]

Analgetika (Schmerzmittel)

Aspisol®, Aspirin®, ASS (Acetylsalicylsäure), Trockensubstanz mit H2O mischen
Indikation: eichte Schmerzen; Verhinderung von Tromben und Embolien
Nebenwirkungen: Gefahr von Blutungen (Magen- und Darm geschwüren)
Auslösen eines Asthmaanfalls

Tramal®, Tramadolor® (Tramadol)
Indikation: Leichte Schmerzen
Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Atemdepression
(Kontraindikation: Vergiftung mit Alkohol)

Novalgin® (Metamizol)
Indikation: Leichte bis mittelstarke Schmerzen (Armbruch, Kolik), Fieber
Kontraindikation: Allergien

Ketanest(S)® (Ketamin) [auch intramuskulär]
Indikation: Starker Schmerz, Kurznakotikum
Nebenwirkungen: in Aufwachphase z. T. Horrortrips (wie bei LSD)

Betäubungsmittel (BTMs)
(Allgemeine Nebenwirkung: Atemdepression, Übelkeit, Erbrechen)

Morphin®
Indikation: stärkste Schmerzen; Mittel der Wahl bei Herzinfarkt

Fentanyl® (Stärkstes BTM im Rettungsdienst)
Indikation: Narkose bei stärkstem Schmerz (Polytrauma)
(Intubationsbereitschaft)

Sedativa (Beruhigungsmittel)

Valium® (Diazepam) (wirkt lange)
Indikation: Beruhigung, Krampfdurchbrechung
Nebenwirkung: s. Dormicum

Dormicum® (Midazolan)
Indikation: Narkoseeinleitung, Krampfdurchbrechung, Kurzzeitsedierung
Nebenwirkung: Atemdepression bis Atemstillstand, Erbrechen

Narkotika (Narkoseeinleitung)

Hypnomidate® (Etomidat)
Indikation: Narkoseeinleitung, Krampfdurchbrechung
Wirkung: Kurzhypnotikum, Schmerzen sind noch vorhanden

Diuretika (Steigerung der Wasserausscheidung in den Nieren)

Lasix® (Furosemid)
Indikation: Lungenödem
Wirkung: Förderung d. Wasserausscheidung -> Abnahme des Lungenödems -> Herzentlastung.

Corticoide (gg. Allergische Reaktionen)

Solu-Decortin® (Trockensubstanz)
Indikation: Allergische Reaktion, anaphylaktischer Schock, Asthma

Fenistil® (Antikhisterminikum)
Indikation: Allergische Reaktion

Bei Reanimation mit O2

Suprarenin® (Epinephrid)
Indikation: Reanimation, Anaphylaktischer Schock

Zur Blutverdünnung

Heparin (Stechampulle)
Indikation: Lungenembolie, Myokardinfarkt

Aspisol® (siehe oben)

Gegen Erbrechen

Paspertin, MCP, Metocloparmid
Indikation: Übelkeit, Erbrechen

Bei Hypoglykämie (Unterzucker)

Glucose 50% (nicht i. v., weil Venenreizung)

Spasmolytika
(Krampfhemmung der glatten Muskulatur)

Buscopan®(Butylscopolamin)
Indikation: Koliken (Magen-Darm; Harnwege)
Wirkung: Entkrampfung

Bronchoparat®(Theopyllin)
Indikation: Bronchospasmus bei Asthma, bei Bronchitis
Wirkung: Erweiterung der Bronchialmuskulatur
Nebenwirkung: Tachykardie

Antiarrhythmika (Gegen Herzrhythmusstörungen)

Bradykarde Rhythmusstörungen

Atropin®
Indikation: bradykarde Rhythmusstörungen, Vergiftungen mit Alkylphospaten; bei Intubation (gegen vagale Reflexe)

Tachykarde Rhythmusstörungen

Beloc® (Metoprolol)
Indikation: tachykarde Rhythmusstörungen; Akutbehandlung bei Herzinfarkt
Nebenwirkungen: Blutdruckabfall

Isoptin®
Indikation: Vorhof – tachykardien

Allgemeine Rhythmusstörungen

Xylocain® (Lidocain) [auch endobronchial]
Indikation: Arrhythmien (v. a. bei Herzinfarkt)
Nebenwirkungen: Atemdepression

Gilurhythmal® (Ajmalin)
Indikation: Herzrhythmusstörungen

… to be continued


Rettungs-Teddy Knuddel-Ralphi

12 Oktober, 2007

Eins der besten Medikamente, das es in der modernen Notfallmedizin gibt, zumindest für Kinder, ist der Rettungs-Teddy.

„Weiblich. Zwei Jahre. Verbrennung der Hand.“ könnte ein hypothetischer Funkspruch der Leitstelle heißen. Da man nicht weiß, ob aus der Hand vielleicht doch ein ganzer Arm oder Oberkörper werden könnte, weil am Telefon etwas nicht richtig verstanden wurde, oder der/die Anruferin einfach ungenau war, gibt man Vollgas, schaltet das Blaulicht und das Horn ein.
Angekommen am „Unfallort“ entpuppt sich die Verbrennung als harmlos. Das kleine Mädchen hat, als die Mutter eine Sekunde unachtsam war, ans Bügeleisen gelangt. Noch schützt der Schock sie vor den Schmerzen. Sie schreit nicht, eher ist sie überwältigt von der Situation um sie herum. Da kommen auf einmal zwei Männer mit roten Hosen und reden auf sie und ihre Mama ein. Sie bekommt einen sterilen Handverband, aber viel mehr kann man für sie nicht tun. Die Mutter hat schnell reagiert und 5-7 Minuten unter handwarmem, fliesenden Wasser gekühlt. Genau richtig.
Für Schmerzmittel ist sie zu klein. Die wenigsten Ärzte trauen es sich zu für Kleinkinder die richtige Dosis abzuschätzen. Denn Kinder brauchen normalerweise eine größere Menge Schmerzmittel, da ihre Rezeptorendichte geringer ist als bei Erwachsenen. Das kleine Mädchen realisiert so langsam, was mit ihr passiert ist. Sie hat Angst vor den zwei unbekannten Männern und zudem schmerzt ihre Hand. Sie fängt an zu weinen…

Das ist kein zu weit hergeholtes Szenario. Aber was macht man in einem solchen Fall mit dem kleinen Mädchen. Man kann nicht direkt was für sie tun. Trotzdem haben die Männer noch einen Trumph in der Hinterhand. Wenn das Kind kein eigenes Lieblingskuscheltier hat, kommt der Rettungs-Teddy zum Einsatz. Als eines der besten „Medikamente“ für Kindernotfälle hat er sich bewährt, der kleine Knuddel-Ralphi.

Er ist auf Grund der Initiative des Vereins Kinderhilfe e. V. in den Rettungswägen und in vielen Fällen wirkt er besser als jedes Schmerzmittel. Er ist weich, man kann ihn schön an sich drücken und er hat ein Halstuch um, auf dem steht: „Alles Gute“. Am Ohr hat er noch folgende Erklärung hängen:

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Hallo, ich bin der Knuddel-Ralphi!
Plagt dich mein Kind ein kleiner Schmerz, dann drück mich nur ganz fest ans Herz. Du fühlst es gleich, wie wohl das tut, und alles wird gleich wieder gut.
Verein Kinderhilfe e. V.
Regnitzstrasse 4, 90542 Eckental
Tel. (09126) 28 61 99

Liebe Eltern, der Verein Kinderhilfe e. V. setzt sich für die Belange von kranken Kindern in Rettungsfahrzeugen und Krankenhäusern ein. Dieser Teddybär wurde von ortsansässien Firmen gespendet und soll ihrem Kind etwas Freude und Abwechslung bringen.
Auch Sie können mit einer Spende helfen, damit auch wir weiterhin Trost spenden können.
Spendenkonto: Sparkasse Erlangen
Nr. 20 003 025, BLZ 763 500 00
Stichwort: TRÖSTERTEDDY

Das soll kein Spendenaufruf sein. Nur ein Erfahrungsbericht einer guten Sache!

Näheres dazu unter: http://www.verein-kinderhilfe.de/index2.html


Deutsche Bahn und Kundenservice

3 August, 2007

Ich bin in den letzten vier Wochen ja schon einige Mal jetzt Bahn gefahren. Immer längere Strecken und meistens ICE. Weil immer alle über die Bahn meckern, weil sie zu spät kommt muss ich jetzt mal eine Lanze brechen.
In Sachen Kundenfreundlichkeit hat mich die Bahn heute überrascht. Ich hatte verplant, dass ich umsteigen musste, bin dann an der nächsten Station ausgestiegen und habe das im Reisezentrum erklärt. Der Bahnmitarbeiter dort hatte wohl Mitleid mit mir, denn er korrigierte meine Fahrkarte und schrie‘ „Wegen Falschinformation“ drauf. Somit hat er mir 17 EUR gespart.
Auch wenn der Zug jetzt wieder 10 Minuten zu spät ist, war das eine nette Sache.


Ende des Lehrgangs, W-LAN in ICEs, Internet-Terminal

3 August, 2007

So schnell können vier Wochen auch schon wieder ‚rum sein.
Wir haben viel gelernt, viel Quatsch gemacht, viel gelacht, viel gefeiert, sprich wir hatten viel Spaß!

Etwas enttäuscht das alles vorbei ist, aber trotzdem interessiert und neugierig, was mich ab Montag erwartet, sitze ich hier im Zug und tippe den Blogeintrag.
Gestern und vorgestern haben wir noch praktische und theoretische Abschlussprüfung gehabt. Beides haben in unserem Kurs alle bestanden.
Wir sind jetzt offiziell Rettungsdiensthelfer.

W-LAN im ICE ist ja eine verlockende Sache, nur: Viel zu teuer. Die Preise sind wirklich lächerlich und so lange muss ich jetzt schon noch warten können, dass ich daheim ins Netz gehen kann.

In Augsburg ein offenes W-LAN zu finden war übrigens auch nicht möglich, wobei die FON-Netze auch nicht wirklich was gebracht haben. Man hätte nämlich Internet gebraucht, um ein FON-Netz zu suchen und die Antennen der Foneras/-os müssten wohl irgendwie besser sein.

Was mich wirklich aufregt ist die Tastatur am Internetterminal in unserer Jugendherrberge. Für 2EUR/h ist der Preis auch schon unverschämt, aber nicht zu vergleichen mit dem der ICE-Wlans.
Aber das schlimmste daran sind die Tastaturen. Man kann auf Ihnen partout nicht tippen. Ich denke die Herrbergsbetreiber haben das Ding nicht aus Kundenfreundlichkeit aufgestellt (wobei wir ja sowieso nur dumme Zivis sind), sondern einfach um sich in den Broschüren und in ihrer Werbung mit „Internet“ brüsten zu können.

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Stifnek, KET, Vakuummatraze, Pressluftschiene

29 Juli, 2007

Am Anfang dieser Woche ging es um die Reanimation mit Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Im weiteren Verlauf der Woche wurden dann traumatische, chirugische Notfälle durchexerziert:
Gebrochene Knochen, egal ob Unterarm oder Wirbelsäule wurden geschient was das Zeug hält.
Hier kann man z. B. Franz in voller „Montur“ sehen. Und merke: Bei einem Bruch immer die beiden daneben liegenden Gelenke mit schienen!

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Bilder vom Lehrgang

22 Juli, 2007

Nächste Woche werde ich vielleicht mal eine Kamera mitnehmen und ein paar Fotos vom Lehrgang machen… Hier schon mal ein Schnappschuss meiner Handykamera

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Zivis beim Adrenalin aufziehen! 🙂


Lehrgang

22 Juli, 2007

Und eine weitere Woche ist „geschafft“. Wer detailiertere Berichterstattung erwartet hatte, muss ich leider enttäuschen: Ich habe mir zwar vorgenommen viel mehr zu bloggen, aber es kommt ständig etwas anderes dazwischen und irgendwie bin ich auch ein wenig zu faul dafür.

Letzte Woche war ganz spannend, da wir viele Fallbeispiele durchgearbeitet haben und wir dementsprechend einen praktischen Bezug zu dem ganzen bekommen konnten.
Fallbeispiele heißt es gibt einen Schauspieler, der gerade einen Krampfanfall, Herzinfarkt, Schlaganfall, Asthma bronchiale-Anfall hat und wir in zweier Teams reagieren sollen!

Aber wie bei Zivis so üblich kommt das Feiern natürlich nicht zu kurz. Das Peaches ist wirklich eine sehr geile Location in Augsburg. Cocktailbar mit guter Musik und mega Stimmung…

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