Finalcountdown der Abiturprüfungen in Bayern

Jetzt sind es nicht einmal mehr 24 Stunden, aber ich muss sagen, dass sich meine Nervosität für Deutsch sehr in Grenzen hält. Ist eher eine freudige, optimistisch erwartende Stimmung. Jedenfalls für die morgige Prüfung.
Wem’s noch hilft, oder für die späteren Jahre, habe ich meine Notizen zur Literaturgeschichte kurz zusammengetippt. Achtung: Keiner Haftung für alle Angaben! 🙂

UPDATE: Ich habe alles noch einmal überarbeitet und verbessert. Hatte mich beim Abtippen verguckt. So ist’s richtig!

Literaturgeschichte für Grundkurs Deutsch, Abitur 2007 Bayern

Aufklärung

– Europa ist absolutistisch geprägt
– v. a. in Frankreich: Bürgertum (Akademiker) und teilweise Adel kritisieren Herrscher
– menschlicher Verstand als Maßstab aller Dinge: Freiheit, Gleichheit, Erfahrung statt Vorurteile, Toleranz statt Dogmatismus -> Tugend entfaltet aus Einsicht: „Mensch von Natur aus gut“. Erreichbar durch Erziehung des Einzelnen
– Bauern waren an Unmündigkeit gewöhnt. Unbequem aus Unmündigkeit herauszukommen
– Alte Formen (Antike) mit neuen Inhalten; teilweise gemischte Formen
Lessing – Emilia Galotti, Nathan der Weise

Sturm und Drang

Protestbewegung gegen:
– absolutistische Obrigkeit
– bürgerliches (Berufs-)Leben
– überkommene Tradition in Kunst und Literatur
* Ideal war nicht mehr Dichter, sondern Genie -> schöpferische Kraft der Natur; Ziel: Selbstverwirklichung
* Natur: Ursprünglichkeit, Elementares, Göttliches im Gegensatz zu Vernunft, Verstand, Geordnetes: Aufklärung
* Orientierung an Shakespear viel Abwechslung: Keine Einheit von Ort/Zeit und Handlung. Mischung aus Tragödie und Komödie
* Nur Phase im Schaffen von Schiller und Goethe
F. Schiller – Die Räuber, J. W. Goethe – Prometheus

Klassik

– Humanität: Schöne und Gute
– Totalität: Alle Eigenschaften gleich gut ausfüllen, ausgewogene Einheit bilden: Gefühl und Verstand
– Wirklichkeit ist unzureichend
– Zwiespalt im Menschen zw. Gefühl und Verstand, Pflicht und Neigung, Denken und Handeln
– Kunst als Vorschein des Idealzustands
J. W.. Goethe – Iphigenie auf Tauris, F. Schiller – Wilhelm Tell

Romantik

– Dichtung/Poesie im Gegensatz zur Aufklärung kein bloßes Instrument und im Gegensatz zur Klassik kein Erziehungsmittel: Teil der Wirklichkeit selbst
– progressive Universalpoesie [Novalis]: stetige, endlose Fortentwicklung, unbegrenzter Geltungsbereich
– Wirklichkeit mit Gegenwelten, in die man sich flüchten kann [vorsichtig, gefährliche These]
– sehr bildlich, fast musikalisch: Dinge ausdrücken, die anders nicht auszudrücken sind
Novalis – Heinrich von Ofterdingen, Die Blaue Blume


Heinrich Heine – Sonderstellung in Romantischer Lyrik

– populärster romantischer Lyriker

– Heine distanzierte sich aber vom Poesiebegriff der Romantiker -> glaubte nicht(!) an den Urgrund der Poesie in allen Dingen
– In vielen Gedichten Heines: Zwiespalt zwischen schöner Welt der Romantik und „Brüchigkeit“ der Wirklichkeit -> Ironische romantische Bildlichkeit
oder politisch: Kritik am Deutschen Vormärz; bissig ironischer Stil


Biedermeier


(Behaglichkeit, Häuslichkeit, Geselligkeit in der Familie)
– Konservative in Vormärzzeit: Misstrauisch gegenüber neuen politischen Ideen
– Rückzug ins private (auch geistig)

Junges Deutschland

– liberales Gedankengut mit sozialistischen, radika-demokratisch/kommunistischen Zielen
– Recht der Frau auf Bildung
– gegen Zensur für Pressefreiheit
– gegen Willkür [Rückbezug Heine]
– kein abstrakter Idealismus -> konkretes, Gegenwart, hier und Jetzt
– bewusst populär geschrieben -> Masse erreichen, (nichts erhabenes)

Realismus

– beobachtbare, durch Sinne wahrzunehmende Wirklichkeit des Menschen und der Natur -> Abgrenzung von übernatürlichem
=> materielles und ökonomisches gewann immer mehr an Bedeutung
-Ausbreitung der Industrialisierung, des Kapitalismus
– Bürgertum wird zur Beherrschenden Klasse
– literarische Darstellung soll verständlich sein -> Prosa
– Lyrik als subjektive Gattung „eignet sich“ für die ästethischen Prinzipien des Realismus am wenigsten
T. Storm – Der Schimmelreiter, F. Hebbel – Maria Magdalena, Georg Büchner – Woyzeck (Lenz)

Naturalismus

(Extremform des Realismus)
– Kunst = Natur – x, wobei x möglichst klein werden soll -> Literatur soll Wirklichkeit abbilden
– Mensch gilt (naturwissenschaftlich) als determiniert: Vererbung, Milieu und historische Situation
– Determiniertheit durch: Soziale Frage, Krimalität, Zerrütung der Familie und Ehe
– Protest gegen soziale Missstände -> Pessimistische Grundhaltung: keine Lösung
=> Selbstverständnis nicht als politshce Bewegung
– Bürgerlich-interlektuelle, vorwiegend literarische Protestbewegung
Gerhart Hauptmann – Bahnwärter Thiel, – Die Weber

Expressionismus

– Ausdruckskunst mit deren Hilfe innerliche Wahrheit und Erlebnisse dargestellt werden
– mit Hilfe der Kunst sollen Menschen [wieder] verändert werden, um eine neue Welt hervorzubringen
– Ziele sehr allgemein -> Opferbreitschaft, Begeisterung, Engagement; aber: Nicht zielgerichtet (teilweise): Aktivismus
– LITERARISCH: Abkehr vom traditionellen und Hinwendung zu neuen Formen
– Sprache: uneinheitlich, ekstatisch, metaphorisch, symbolistisch -> Betonung der Ausdrucksfähigkeit
– Angst, Tod, Wahnsinn, Krieg [wichtigsten Motive]
– Sprache abgerissen, stotternd, voller Neologismen
– Expressionistischer Autor will nicht Wirklichkeit, sondern Wahrheit vermitteln
Franz Kafka – Die Verwandlung, Das Urteil; Gottfried Benn [„Das Gedicht als Messer“]

Die Moderne

– Welt wird immer komplizierter und undurchsichtiger
– Psychologie (Theorie S. Freuds) stellen verantwortlich handelndes Individuum in Frage
– Romandheld wird passiv, fremdbestimmt -> Unfähigkeit sinnvoll zu handeln
– Fotographie und Film werden Konkurrenten des Romans
– Realismus wird aufgegeben: Autor konstruiert eigene irreale bzw. halbreale Welt, die Situation moderner Menschen ausdrücken können [siehe Kafkas Prozess]
– Autoren der moderne sind gegen: schlechte Realität, genormte und leere Sprache, gealterte literarische Traditionen
– Handlungs-, Geschichts-, Sinnverlust; Ohnmacht und Fremdbestimmung inmitten einer übermächtigen Mediengesellschaft [Thematik(en)]
– Sprache als Form der Welterkenntnis versagt zusehends.

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3 Responses to Finalcountdown der Abiturprüfungen in Bayern

  1. torschtl sagt:

    danke kann ich fürs colloqium gut brauchen :>

    viel glück schreibe morgen wirtschaft u recht

  2. Sascha Roth sagt:

    Danke!
    Hab‘ das durchaus gelesen… 🙂
    Ich wünsch dir auch viel Erfolg!

  3. Hermann Helena sagt:

    Hey,

    super seite!!Hat mir auch geholfen. bin 12 klasse LK Deutsch…viel Erfolg bei der Abiturprüfung!!

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