Multimedialer Unterricht im 21. Jahrhundert

23 Januar, 2007

http://www.moodlebay.net/

Auch wenn die Seite an sich eigentlich recht unaufgeräumt ausschaut und einige Funktionen nicht so wollen wie der Benutzer, ist es doch ein Anfang…

Ich sitze hier übrigens momentan im Unterricht unseres Grundkurs Deutsch und wir besprechen das Gedicht „Heimkehr“ von Hans Bender. Das ist richtiges Mulittasking! 🙂


Handschriften-Erkennung

7 Januar, 2007

Seit einiger Zeit spiele ich schon ein wenig mit Software, die handschriftliche Notizen in indizierbare, durchsuch- und bearbeitbare Daten umwandeln soll.
Anwendungsbeispiel bei mir: Ich würde gerne einige meiner Aufzeichnungen aus der Schule, Notizen, Mitschriften, Hefteinträge digitalisieren.
Nun ist das mit der Handschriftenerkennung so eine Sache. Man kennt es zwar von PDAs, Palms und anderen „Mobile“-Geräten, da wird es aber (fast) immer im Online-Modus bearbeitet.

Handschriftliche Zeichen sind durch die Bewegungen eines Stiftes auf dem Papier definiert oder eben bei mobilen Geräten durch einen Stift auf einer drucksensiblen Oberfläche.
Typische Handschriftenerkennung funktioniert so: Man misst die Bewegungen, die
der Stift während des Schreibens macht und wertet diese aus. Man zerlegt sie
in Segmente wie „Linie nach links oben“ oder „Punkt“ oder „Abheben“.
Ein „Druckschrift“ A wird somit zu einem einfachen „Linie nach links oben“, „Linie nach rechts unten“, „Abheben“, „horizontale Linie“. Das kann man relativ einfach auswerten, und auch bei schlechter Schrift ist das noch relativ gleich.
Anders ist das bei der sog. Offline-Handschriftenerkennung. Eine Möglichkeit ist es, beispielsweise, einen Punkt in kleinen Kreisen zu bewegen. Trifft dieser Punkt auf eine gezeichnete Linie, so wird der Radius stark verkleinert. Im großen fährt somit der Punkt an der Außenseite deiner Buchstaben entlang.
Ein netter Artikel zu diesen Verfahren habe ich beim Online-Magazin telepolis gefunden.

Paradoxerweise geht es in diesem Artikel um die Handschrift Franz Kafkas, die wirklich „unter aller sau“ gewesen sein muss.
Was es aber nicht wirklich paradox macht. Sondern eher der Fakt, dass der Text, mit dem ich herumprobiert hat, meine Grundkurs-Deutsch Klasur zu einem Franz Kafka Thema war. Die Aufgabenstellung und meine Einleitung, um die es sich hier handelt, kann man am Ende dieses Eintrags nachladen.

Jedenfalls habe ich dieses (Wunder-)Programm einer Israelischen Softwareschmiede ausprobiert. Vorsicht Windows-Software! 🙂
In der Dokumentation zu dieser Software heißt es, dass man möglichst einen Text haben müsse, bei dem alle Buchstaben von einander getrennt geschrieben sind. Natürlich wollte ich erst ausprobieren, was passiert, wenn ich das Programm mit meiner „normalen“ Handschrift füttere. Wie befürchtet konnte das Programm damit gar nichts anfangen.
Kurz noch die Anmerkung: Alle Bilder wurden bei 200dpi mit 16,7Mio Farben gescannt. Aufbereitet hat sie das Programm selbst, d. h. gecropt, monochrom gemacht und Linien- bzw. Karos entfernt.

Darauf habe ich versucht extra schön zu schreiben. Einen kleinen Vergleich habe ich als Bild angefügt. Vielleicht sollte man sich dazu noch Kafkas Handschrift ansehen… 😉

heimkehr-abschrift.jpg

Zur Auswertung: Ich war wirklich etwas enttäuscht, was mir SoftWriting ausgespuckt hat. V. a. mit „Heimkehr“, den vielen Anführungszeichen „“ und die Klammern mit Zeilenangaben waren ein wirkliches Problem. Nicht mit eingerechnet der Abschreibvorgang, der wirklich einiges an Zeit gekostet hat. Alles in allem wäre Abtippen um vieles schneller gewesen.
Das bedeutet wohl, dass aktuelle Offline-Handschrifterkennung noch nicht wirklich Sinn macht, dazu müssen leistungsfähigere Algorithmen entwickelt werden. Normales OCR funktioniert hingegen schon wirklich gut. Bei den Test, die ich mit der Angabe der Klausur gemacht habe, waren sowohl Omnipage als auch Abby mit fast fehlerfreien Dokumenten vergleichsweise gut.

Zum weiterlesen habe ich auch noch ein paar Links zusammen getragen:

http://www.ifn.tu-bs.de/ifn/Abteilung/SignalVerarb/index.html?Verweise.htm&Forschung/handschrifterkennung.htm
http://rerecognition.com/htm/kund_d.htm

Eine nette wissenschaftliche Arbeit über videobasierte Handschriftenerkennung und eine Arbeit, die sich mit den obenbeschriebenen Arten der Erkennung, Verfizierung und Bewertung von sog. kursivschriften, also Schriften bei denen die Buchstaben zusammen hängen.

Normale OCR-Software Empfehlungen: http://www.ocr-systeme.de/texterkennung.htm

Noch was erfreuliches; zwei OpenSource OCR-Softwarepakete:
http://www.gnu.org/software/ocrad/ocrad.html
http://jocr.sourceforge.net/index.html

Und hier wie versprochen die Aufgabenstellung und meine Einleitung, gescannt und bearbeitet mit SoftWriting, allerdings noch einmal korrekturgelesen von mir.

„Analysieren Sie die als Anlage 1 zur Verfügung gestellte Erzähöung „Heimkehr“ von Franz Kafka! Überprüfen Sie, inwieweit Ihrer Meinung nach die bei der Interpretation von Texten Kafkas gerne herangezogenen Ansätzen biogrpahischer, soziologischer und philosophischer Couleur im vorliegenden Falle ertragreich sind!“

Anlage 1:
Franz Kafka, Heimkehr

Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um. Es ist meines Vaters alter Hof. Die Pfütze in der Mitte. Altes, unbrauchbares Gerät, ineinander verfahren, verstellt den Weg zur Bodentreppe. Die Katze lauert auf dem Geländer. Ein zerrissenes Tuch, einmal im Spiel um eine Stange gewunden, hebt sich im Wind.

Ich bin angekommen. Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür der Küche? Rauch kommt aus dem Schornstein, der Kaffee zum Abendessen wird gekocht. Ist dir heimlich, fühlst du dich zu Hause? Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben Stück, als wäre jedes mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt, die ich teils vergessen habe, teils niemals kannte. Was kann ich ihnen nützen, was bin ich ihnen und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn. Und ich wage nicht an die Küchentür zu klopfen, nur von der Ferne horche ich, nur von der Ferne horche ich stehend, nicht so, dass ich als Horcher überrascht werden könnte. Und weil ich von der Ferne horche, erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre ich oder glaube ihn vielleicht nur zu hören, herüber aus den Kindertagen. Was sonst in der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das sie vor mir wahren. Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man. Wie wäre es, wenn jetzt jemand die Tür öffnete und mich etwas fragte. Wäre ich dann nicht selbst wie einer, der sein Geheimnis wahren will.

So und zu guter Letzt, meine literarischen Ergüsse zu diesem Thema, bzw. bis jetzt nur der erste Bogen. In bayrischen Gymnasien schreiben wir unsere Klausuren nämlich auf umweltfreundlich gebleichten, gefalteten DinA3 Bögen, die dann vier DinA4 Seiten ergeben. 😉
Falls bedarf besteht, bin ich gerne bereit die komplette Arbeit zu bearbeiten. Dafür müsste ich sie aber noch abtippen und um gleich etwaige Fragen nach der Note zu beantworten, die ich darauf bekommen habe, sie war nicht zu schlecht, sonst hätte ich es nicht veröffentlicht.

„Für viele Menschen ist „Heimkehr“ – wie der Titel einer Erzählung Franz Kafkas – noch heute eine ernst zunehmende Angelegenheit, wenn nicht sogar ein schwieriges Problem. Von Bürgerkrieg gebeutelte Gebiete, Umweltkatastrophen, politisch und ethisch verfolgte Menschen müssen aus ihren Häusern, ihrer Heimat fliehen. Sie brechen auf in eine ungewisse Zukunft. Ob sie eine neue Heimat finden ist ungewiss und ob sie jemals „heimkehren“ können ist ihre größte Sorge. Dies sind allerdings keine Probleme, die es nur im 21. Jahrhundert gibt. In der ganzen Menschheitsgeschichte ist und wird „Heimkehr“ ein Thema bleiben, dass Probleme verursacht und über das viel geredet und geschrieben wird. Wie eingangs erwähnt hat auch Franz Kafka das Thema „Heimkehr“ in einer seiner Erzählungen aufgefasst und bearbeitet, was nachfolgend analysiert werden soll.

Anfänglich sollte erwähnt werden, dass der Titel „Heimkehr“ den die Erzählung Kafkas trägt, nicht durch ihn ausgewählt wurde. Im Gegenteil: Kafka befand viele seiner kurzen Erzählungen als nichtig und somit nicht veröffentlichungswürdig,
In seinem Testament beauftragte er sogar seinen Freund Max Brod sein gesamtes Werk zu verbrennen, dieser gab aber der Erzählung den Titel und veröffentlichte sie gegen Kafkas Willen ein Jahr nach dessen Tod.
Inhaltlich beinhaltet die Erzählung ,, Heimkehr“ die Geschichte eines Sohns, der auf den bäuerlichen Hof seines Vaters „zurückkehrt“, („Ich bin zurückgekehrt“, Z. 1) dort aber nicht, wie vielleicht zu erwarten, empfangen wird, sondern vor der Küchentür halt macht und sich nicht traut dagegen zu klopfen, sondern nur horcht.
Schon eingangs wundert sich der Leser, dass man aber die Gründe der Heimkehr nichts erfährt, weder warum der Sohn fort war, noch warum er wiederkommt, wird beantwortet. Ebenso bleiben fragen wie z. B., wie lange er weg war, wo er hingegangen ist und wann er fort gezogen ist, offen. Somit gibt uns Kafka keinerlei Hintergrundinformation zum Text und lässt uns gewissermaßen unvorbereitet ins Geschehen kommen.
Im zweiten Satz erwähnt Kafka, dass es ein bäuerlicher Hof ist, in den der Sohn zurückkehrt (vgl. Z. 2). Im Gegensatz zu Kafkas sonstigen Erzählungen, die sich in städtischen Bereich abspielen, wird hier zum ersten Mal die Thematik bäuerliches Landleben aufgegriffen, im weiteren Teil des Absatzes beschreibt Kafka die momentane Situation des Hofs, wobei er nicht sonderlich sympathisch und heimisch wegkommt. In der Mitte ist eine Pfütze (Z. 2) ein „zerrissenes Tuch“ (Z. 3) ist an eine art Geländer gewickelt, wobei der “ Wind“ (Z. 4) noch zum Unwohlsein beiträgt.
Man fragt sich auch, warum in einen Hof „unbrauchbares Gerät“ herum steht, das den Weg verstellt (Z. 2-3), wo doch ein bäuerliches Gut für munteres Treiben und viel Arbeit steht. Auch die Katze, als einziges Lebewesen in der Beschreibung aufgeführt, wirkt durch ihr „Lauern“ (Z. 3) eher bedrohlich.
Von einer äußeren Beschreibung der Umstände wechselt Kafka ab Zeile 5 in die Gefühlswelt, die Gedanken des Sohns. Mit vielen rhetorischen fragen („wer wird mich empfangen?“ Z. 5 usw.) wird ein Bild von Unsicherheit geschaffen. Diese Fragen werden gleich darauf beantwortet, indem sich der Protagonist eingesteht, er wisse es nicht, er sei unsicher. Das einzige „aber“ im ganzen Text markiert auch einen Wendepunkt im Prozess des Sohns, aus anfänglicher Verunsicherung werden Zweifel was er „ihnen nützen kann“, auch wird auf einmal das „Stück neben Stück“ (Z. 8) personalisiert, da es sich „um seine eigenen Angelegenheiten“ (Z. 8) kümmert. Obwohl aber der Vater die einzige Person bleibt, die während des gesamten Text erwähnt wird, fragt sich der Protagonist hier was er „ihnen nützen kann“, was darauf schließen lässt dass er doch seine Familie und nicht nur den Vater erwartet. Nun wird auch der anfänglich aktivere Sohn zum passiven Teil der Erzählung, da die Kirchentür ihn daran hindert in Kontakt mit seiner Familie zukommen. Er „wagt“ (Z. 10) es nicht an der Tür zu klopfen.“


Der Stoff aus dem die Albträume sind…

5 Januar, 2007

trifft es wirklich sehr gut.
Es ist ja sehr wünschenswert, dass neue Medien in das Blickfeld der Hochglanzpolitiker kommen.
Aber – wie ich finde – Westerwelles „Video“-Podcast ist wirklich keine gute Demonstration neuester Technologie.
Es ist ja nicht einmal ein Podcast, er sagt selbst „Internetvideos“ (oder -filme?).
Jedenfalls: Ich konnte mir den überaus verspielten Schnitte nicht bis zum Ende ansehen. Zusätzlich muss man auch erst einmal das DrumKit-Intro überstehen…


Safari nervt…

4 Januar, 2007

Es ist ja bekannt das Apples hauseigner Browser nicht die stabilste Software ist.
Aber bei mir stürzt sie in letzter Zeit wirklich öfter ab, was gewaltig nervt.

Ich bin von der Sorte Internetuser, die erstmal alles öffnen was sie interessiert um’s vielleicht auch erst in einem späteren Moment zu lesen. Wenn dann aber Safari abstürzt und alle geöffneten Fenster nicht wiedererstellt werden, wie das andere Software kann, ist das schon ärgerlich.

Übrigens ein Feauture, dass ich mir für die nächsten Versionen von MacOSX wirklich wünschen würde.