Projekt Silentium

Projekt Silentium –
oder wie mache ich eine Flugzeugturbine leiser?!

Ein moderner Spiele-Computer steckt die Leistung aller bisher da gewesene End-Benutzersysteme leicht in die Tasche. Diese Leistung, sei es graphisch oder prozessorisch hat aber auch negative Auswirkungen. Da die Chips auf immer kleineren Grundflächen gefertigt und somit sehr stark komprimiert werden müssen, treten unerwünschte Effekte wie Wärmeentwicklung auf. Verbunden damit sind der Wärme entgegenwirkende Systeme wie Kühlkörper und Lüfter. Und so nimmt die Spirale ihren Lauf, denn ein Lüfter ist eine mechanische Komponente in einem Computer und produziert somit ungewollte Störgeräusche.

Bei dem Computer von meinem kleinen Bruder war das besonders extrem, deswegen habe ich es mir an einem Samstag zur Aufgabe gemacht, das Gerät ein wenig leiser zu bekommen.
Ausgangspunkt hierfür waren einige Punkte, die ich verändern wollte. Ein neuer, größerer CPU Kühler musste her, dafür auch einen neuen Lüfter. Der Gehäuselüfter sollte auch ausgetauscht werden, ebenso wie der Lüfter im Netzteil.

Mir wurde empfohlen (auch wenn das nicht meine erste Anlaufstelle für solche Produkte gewesen wäre) die CoolerMate Lüfter vom MediaMarkt auszuprobieren. Für 7,99 EUR pro Lüfter bekommt man einen sehr leisen Lüfter (auf der Verpackung waren 20dB angegeben) mit goldfarbener Abdeckung, Gummiringe für die Schrauben und – das Ultra Feature – er leuchtet sogar blau. Das wäre zwar für mich überhaupt kein Argument gewesen solch einen Lüfter zu kaufen, aber es waren die billigsten, die es bei MM zu kaufen gab.

Eingebaut werden sollten die Lüfter dann an diesem Samstagabend auf einem Treff der LUG Untermain, wo gleichgesinnte Computer(/Linux)-Fans regelmäßig zusammenkommen, plaudern und basteln. Lötkolben, Schrumpfschläuche, Schraubenzieher und weitere Werkzeuge und Utensilien lagen bereit.

Als erstes musste der Lüfter im Netzteil dran glauben. Die alten Kabel wurden durchtrennt und mit dem neunen Lüfter verbunden; wenn man dann vorher den Schrumpfschlauch nicht vergessen hatte, konnte man diesen Teil schon abschließen. Dieses abgeschnittene Kabelstück vom neuen Lüfter wurde dann gleich noch recycled, denn das Mainboard hatte nur noch einen Stromstecker für Lüfter sehr weit unten frei. Deshalb wurde der Gehäuselüfter mit diesem Stück Kabel verlängert und dann auch noch in den Computer eingebaut. Den CPU Kühler hatten wir leider noch nicht, aber diesen kleinen Schritt habe ich irgendwann mal zwischen Mittagessen und Hausaufgaben gemacht. Dazu habe ich einfach vier Löcher in den Kühler gebohrt und diesen dann mit kurzen Kupferdrahtstücken auf dem Kühlkörper befestigt.

Aber besonderes Sorgenkind war der Festplattenwechselrahmen, der auch einen eigenen Lüfter hat. Dieser war wahrscheinlich der größte Verursacher von Störgeräuschen gewesen und ist es immer noch. Um trotzdem ein wenig Geräuschverlust zu erzwingen, habe ich die Abdeckung des Lüfters herausgetrennt und den Lüfter doch noch ausgetauscht. Dann habe ich noch die Abdeckung des Gehäuselüfters mit meinem Paps herausgefräst und durch das Abdeckgitter des Lüfters mit Gummiunterlagen ersetzt.

Im Großen und Ganzen hat der Umbau ca. 30 Euro und eine Menge Zeit gekostet, aber ist auch deutlich zu hören. Ganz leise ist der Rechner immer noch nicht; die lautesten Störgeräusche kommen jetzt aber noch vom Festplattenwechselrahmenlüfter und von den Festplatten selbst. Hilfreich war es allemal, allein um des Spaßes Willen und den Erfahrungen, die ich gesammelt habe.

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One Response to Projekt Silentium

  1. Austrotec sagt:

    hallo, wir haben schrumpfschläuche in unserem program. in allen größen und farben. auch mit innenkleber für eine wasserdichte lösung.

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