Langer Titel und es schickt sich an auch ein längerer Eintrag zu werden.
Vor kurzem habe ich auf der Mailingliste der Linux User
Group Untermain eine Frage bzgl. ihres „Wunschbetriebssystem“ gestellt.
Ungefähr so:
Hallo allzusammen!
Will mal eine kleine Umfrage starten.
Ganz ohne Einschränkungen…
Wie sähe euer Wunschbetriebssystem aus? (realistisch bleiben)
Ich dachte an so Sachen wie Usability, Performance, Stabilität, Sicherheit,
… usw.
Bin mal gespannt, was so kommt.
Also ich hätte da auch noch ein paar Anregungen…
Viele Grüße,
~ Sascha
Es kamen auch einige Antworten, die aber sehr allgemein gehalten waren.
Meine Anliegen war eigentlich Ideen zu finden, was an bestehenden Betriebssystem schon gut ist, was noch verbessert werden könnte.
Gar nicht mal um hier Firmen Politik zu betreiben und irgendwen in den Himmel zu loben.
Aber von den „Produktivsystemen“, die ich bis jetzt ausprobiert habe, gefällt mir MacOS X bis jetzt am besten.
Produktivsystem heißt, dass ich damit „arbeite“, also Texte schreibe, layoute, E-Mails schreibe, Chatte, Webseiten besuche und bearbeite, und dann noch so Sachen wie Fotoverwaltung, Musik/Podcast-Verwaltung usw. damit mache.
Erster größerer Gesichtspunkt der damit negativ auffällt, die Tatsache, dass man mit keinem System außer Windows wirklich gut Spielen kann. Das muss man wirklich feststellen und das hier von einer großen Nutzergemeinde die Rede ist, dürfte jedem klar sein.
Aber davon abgesehen, enthält MacOS X ein paar Kleinigkeiten, die wirklich den Alltag erleichtern.
So triviale Dinge wie Rechtschreibprüfung systemübergreifend, sind einfach Sachen, die es in anderen Systemen nicht so ohne Probleme funktionieren.
(Es gibt zwar Packete wie iSpell unter Linux, aber dass sie Systemübergreifend funktionieren, davon sind sie noch weit entfernt).
Ich frage mich auch, warum das bei Windows nicht geht und noch nie jemand darüber nachgedacht hat. Warum kommt den Word extra mit so einer riesigen Wörterdatenbank. Die könnte man sich auch systemübergreifend integrieren.
Ein weiteres sehr nützliches Tool in MacOS X ist das „Spotlight“ Suchtool. Sowas habe ich mir schon immer gewünscht, dass alle Dateien mit Inhalt indiziert werden und mit Metadaten versehen, sehr leicht auffindbar sind. Dass dann auch noch zwischen Einträgen im Adressbuch, E-Mails und Chat-Historie unterschieden wird ist fast eine Selbstverstädnlichkeit der Apple Designer.
Zum großen Thema Usability, dass ich in nächster Zeit noch ein wenig tiefer verfolgen würde (Hinweise dazu gerne als Kommentar), kann ich Apple eigentlich auch (fast) nur gratulieren.
Es erleichtert die tägliche Arbeit schon ungemein, dass ein großteil der Programme die selben Hotkeys hat und mit gleicher bis ähnlicher Menüstruktur aufwartet.
Zum Thema Performance kann ich bei mir nur zwischen einem wirklich veraltetem Desktop und dem 1,67GHz PowerBook unterscheiden. In Sachen Grafikgimicks und Bonbonoberfläche macht Apple sowieso niemand etwas vor. Dass es dann aber so nette Sachen gibt, wie das Dashboard, dass auf so altbewährten Programmen wie dem Apache-Webserver und Javascript Applikationen (Widgets) aufbaut, ist noch das Sahnehäupchen.
Natürlich schicken sich moderne Linuxdesktops an, immer näher in Richtung MacOS X zu gehen. Siehe dazu z. B. das neue Enlightment und den Novell Linux Desktop. (Bei Gelgenheit reiche ich auch die Links nach).
Jedenfalls kann ich mich nicht beschwere, hatte ja noch nie einen schnelleren Rechner. Zudem schafft es kein Windows Laptop eine einigermaßen gescheite Speicherverwaltung zu bewerkstelligen. Dass man mit seinem Powerbook herumspazieren kann, es zuklappt und nachher wieder aufklappt und das System nach 2 Sekunden aus dem Standby Modus wieder voll funktionsfähig ist, kann nunmal kein anderes System. Genauso die Akkulaufzeit von durchschnittlich 3,5 bis 4 Stunden schafft auch kein anderes Laptop, dieser Größe und Preisklasse.
Zum Thema Stabilität hat mich MacOS X schon ein paar mal ein wenig enttäuscht. Da kann es schonmal sein, dass sich der Safari aufhängt, oder ein anderes speicherlastiges Programm. Soweit, dass ich ihn zu einem kompletten Neustart zwingen musste, hab ich es aber erst einmal geschafft. Safari bringt mich auch gleich zum nächsten Thema Sicherheit. In den letzten paar Tagen wurde der erste „Virus“ für MacOS X von der Fachpresse breitgetreten, der im groben einfach nur ein Script war, dass man erst durch zweimaliges bestätigen ausführen konnte. Dass es sich bei MacOS X um einen Port des BSD-Kernels handelt, ist eine der Tatsachen, dass nahezu allen (in mittelfristiger Zukunft jedenfalls) Viren, Trojanern, Würmern und anderen Schädlingen aller Art paroli bieten kann. Eine integrierte, leicht zu konfigurierende Firewall ist da natürlich auch eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie andere Arten von Filesharing, Freigaben usw. usf.
Es gäbe jetzt noch einige Punkte mehr sich zu überlegen, was noch so toll an MacOS X ist, aber ich sprach ja eingangs auch von meinem Wunschbetriebssystem, d. h. es gäbe auch noch ein paar Dinge zu verbessern.
Stabilität habe ich schon angesprochen. Dazu kommt noch, dass Peripheriegeräte noch nicht so unterstützt werden, wie man das von Windows gewohnt war. Natürlich ist es kein Problem einen MP3 Player anzustöpseln, oder eine Digitalkamera, wenn sie nicht irgendein total unbekanntes Model ist. Aber ich habe jetzt aus einigen Erfahrungen mit versch. Druckern und Beamern schon herausgefunden, dass es ganz so einfach leider doch nicht ist. Mir ist natürlich bewusst, dass es gar nicht so einfach ist, mit diesen Geräten richtig umgehen zu können (softwareseitig) und mir ist auch bewusst, dass MacOS X wirklich schon besser funktioniert, als von mir selbst aufgesetzte Linux Betriebssysteme, aber entweder ich hatte mir zu viel erwartet, oder es gibt doch noch Verbesserungspotenzial. Mir ist natürlich zudem auch klar, dass es manchmal auch „am Mann“ liegt, der sich ein wenig dumm anstellt.
Aber alles in allem ist MacOS X wirklich sehr angenehm zu bedienen und zu administrieren, man kann in die Tiefe gehen und eine Konfigurationsdatei per Hand editieren, man kann aber auch alles durch grafisch schöne Frontends zusammenklicken. Intuitiv und wirklich einfach gehalten ist jedenfalls meine Meinung zu MacOS X.